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Raphael Tschernuth
Interview | Konrad Wolf

Vater
der Legenden

Konrad Wolf liest ein altes AKG-Dokument

Über 40 Jahre lang war Konrad Wolf als Entwickler für Kondensatormikrofone bei AKG in Wien tätig. Klassiker wie das C12, das ELA M 251/250 oder auch das C414, das in Tonstudios auf der ganzen Welt zu finden ist, wurden von ihm erdacht und konstruiert. Zum Zeitpunkt dieses Interviews war er in seinen Achtzigern und lebte bescheiden in einem Wiener Vorort. Ich habe mich mit ihm und Christoph Frank, dem heutigen Mikrofonentwickler von Austrian Audio, zu einem exklusiven Gespräch getroffen und den beiden Fachmännern dabei so manch spannende Geschichte entlocken können.

Intro

Georg Neumann, Rupert Neve, Robert Moog, Leo Fender oder Les Paul – Menschen, die durch ihren Erfindungsgeist die Art und Weise, wie wir heute Musik aufnehmen, produzieren und hören, entscheidend beeinflusst haben. Auch Konrad Wolf gehört in diese Riege. Sein Name mag weniger bekannt sein, doch sein Einfluss auf den Klang aufgenommener Musik ist nicht minder bedeutend. Seine Entwicklungen haben den Klang der Musikgeschichte entscheidend geprägt – von den Beatles, Bob Dylan und Bruce Springsteen bis hin zu Michael Jackson: Sie alle haben Mikrofone benutzt, die Konrad Wolf entwickelt hat.

A little bit of history repeating

Mein Bericht über Austrian Audio in der Professional-audio-Ausgabe vom September 2019 war der Anstoß zu diesem Interview. Die junge Firma ehemaliger AKG-Mitarbeiter hat in Anlehnung an das C12 und C414 eine neue Version der CK12-Kapsel entwickelt und mit dem OC18 und dem OC818 zwei Großmembranmikrofone auf den Markt gebracht, die hervorragende Kritiken bekommen haben. 
Dabei scheint sich die Geschichte ein wenig zu wiederholen. AKG war eine junge Firma, als Konrad Wolf dort seinen Dienst antrat und mit dem C12 sein allererstes Kondensatormikrofon baute. Austrian Audio gibt es nun seit zwei Jahren, und Christoph Frank war als „Senior Acoustic Engineer“ maßgeblich an der Entwicklung des OC818 beteiligt, seines allerersten Kondensatormikrofons für den Pro-Audio-Bereich. 
Zwei Epochen – zwei Generationen. Von den harten Jahren der Nachkriegszeit hinein ins neue Jahrtausend und hin zu einem Pro-Audio-Markt, in dem es alles im Überfluss gibt.

Begleitet wurde Herr Wolf am Tag des Interviews von seinem Enkel Lorenz. Statt der ursprünglich anberaumten Stunde hat er schließlich drei Stunden lang mit wohldosiertem Wiener Schmäh „aus dem Nähkästchen geplaudert“ und uns auf eine nostalgische, unterhaltsame und informative Reise in die Vergangenheit mitgenommen. 
Auch Austrian-Audio-CEO Martin Seidl ließ es sich nicht nehmen, zum Interview hinzuzustoßen und die spannende Runde aus Fachmännern zu bereichern.

Teil 01

Das Interview: der Weg zu AKG und das C12

Herr Wolf, es freut mich außerordentlich, dass Sie sich heute die Zeit für dieses Interview genommen haben. Würden Sie uns erzählen, wie Sie damals zur AKG gekommen sind?

Konrad Wolf Ende der 50er-Jahre
Konrad Wolf Ende der 50er-Jahre. Foto: Privatarchiv Konrad Wolf

WolfNach dem Krieg habe ich die Höhere Technische Lehranstalt in Mödling besucht und Radio-, Fernmelde- und Kinotechnik gelernt. Eines Tages sind wir mit der Klasse auf Exkursion zur Firma AKG gefahren. Als ich dann meine Matura (österr. Abitur) gemacht habe, hat mein Klassenvorstand gesagt: „Du, ich hab’ einen Job für dich, fahr’ hin zur AKG.“ Er hat mir einen Brief gegeben, den ich nicht lesen konnte, weil er zugeklebt war, und dann bin ich halt hingefahren. Man hat mich sofort genommen. Der Herr Pless, einer der Gründer von AKG, hat gesagt: „Fangen’s gleich an. Wo fahren’s denn hin auf Urlaub?“ „Nirgends“, hab’ ich gesagt, denn ich hab ja kein Geld gehabt. Dann hat er die Sekretärin gerufen und gesagt: „Frau Geißler, geben’s dem Herrn Wolf 300 Schilling.“ Das war mein erstes Gehalt und die Hälfte meines Monatsverdiensts.

Damit haben Sie in den Urlaub fahren können?

WolfIch bin nicht gefahren. Ich hab’ mir ein Radl gekauft. Also nicht gekauft, sondern angezahlt habe ich es (lacht). Das war 1952 und ich war 20 Jahre alt. Bei der AKG bin ich ins „Labor“ gekommen, so hat man damals die technische Entwicklung genannt. Da gab es nur den Herrn Kimla und ich war dann sein Mitarbeiter. Der Herr Kimla konnte aber sehr gut Englisch und hat bald angefangen, Kontakte mit anderen Firmen zu knüpfen und Bedienungsanleitungen zu schreiben, und schließlich ist er in den Vertrieb gewechselt. Dann war ich eine ganze Zeit lang ganz allein im Labor. Dr. Görike, der zweite AKG-Gründer, und ich waren das ganze Entwicklungsteam. In der Früh ist der Dr. Görike gekommen und hat gesagt, was er für Ideen hat. Dann ist er wieder gegangen und ich hab’ dann den ganzen Tag gewerkelt.

Produktionsräume von AKG in den 50er-Jahren
Produktionsräume von AKG in den 50er-Jahren. Foto: Privatarchiv Konrad Wolf

Was waren denn Ihre ersten Entwicklungen?

Der erste Prototyp des C2
Der erste Prototyp des C2. Foto: Privatarchiv Konrad Wolf
Der erste AKG-Messraum aus Glaswolle und Maschendrahtzaun
Der erste AKG-Messraum aus Glaswolle und Maschendrahtzaun. Foto: Privatarchiv Konrad Wolf

WolfAls ich zur Firma gekommen bin, hat es zunächst geheißen: „Herr Wolf, wir bauen einen Messraum und da kommt Glaswolle hinein.“ Dann ist das Lastauto gekommen und hat im Hof Glaswolle abgeladen, und wir haben die Glaswolle in einem Raum installiert. Man wollte mir einen Arbeiter geben, der hat aber gleich wieder aufgehört, denn er hatte ein Kind zu Hause und wollte die Glaswolle nicht angreifen. Ich hab sie angegriffen und entsprechend ausgesehen. Das war arg, denn der feine Glasstaub war immer überall drin. Eine Abdeckung gab es anfangs nicht.

AKG-C1-Prototyp
Das AKG C1, ein früher Prototyp – nur fünf oder sechs Exemplare wurden gebaut. Quelle: „AKG – die ersten 60 Jahre“

Nachdem wir den Messraum hatten, hab’ ich gemacht, was angefallen ist. Wir waren ja keine reine Mikrofonfirma, wir haben ja alles erzeugt. Zum Beispiel eine Hupe für den Lohner Roller oder einen Kopfkissenlautsprecher für Krankenhäuser, den man sogar waschen konnte. Auch Lichttonanlagen für Kinos waren dabei, und für den Hans Hass haben wir Unterwassermikrofone und sogar Unterwasserlautsprecher gemacht. Zwischendurch dann auch Unterwassergehäuse für Leica-Kameras, aber auch Blitzgeräte. Die ersten Mikrofone waren das C12 und das D12. Für eine Kinderklinik haben wir Körperschallmikrofone entwickelt, um Fötal-Geräusche von ungeborenen Kindern aufzunehmen. Auch gab es eine Dokumentationsreihe im Österreichischen Rundfunk über Fische, und da wurde mit unseren Mikrofonen dann die Sprache der Fische erforscht.

Hatten Sie in jungen Jahren jemals den Traum, Mikrofone zu bauen?

WolfNein. Ich hab’ ja nicht einmal gewusst, wie das funktioniert. Ich habe mir ein Buch von Olson über Elektroakustik besorgt, das war dann wie die Bibel für mich.

„Ich hab’ ja nicht einmal gewusst, wie das funktioniert. Ich habe mir ein Buch von Olson über Elektroakustik besorgt, das war dann wie die Bibel für mich.“

Konrad Wolf

Wie ist es damals dazu gekommen, dass Sie Anfang der 50er-Jahre das C12 entwickelt haben?

AKG-C12-Mikrofon in der Siemens-Ausführung im Etui
AKG C12, hier in der Siemens-Ausführung. Foto: Raphael Tschernuth

WolfAls ich gekommen bin, gab es die ersten Muster, aber es hat noch nichts funktioniert. Damals kam gerade das M49 von Neumann auf den Markt, die sogenannte „Bischofsmütze“, wegen des Zylinders und der Gitterkappe. Das haben wir analysiert, hat tadellos funktioniert. Aber dann haben wir die Frequenzgänge gemessen, und die waren nicht so besonders – speziell in der Achter-Charakteristik gab es einen ziemlichen Tiefenabfall. Auch gab es große Pegelunterschiede, und das Potentiometer am Netzgerät hat beim Umschalten mächtig gerauscht. Das waren alles Punkte, die wir vermeiden und besser machen wollten.

Dann stellte der Österreichische Rundfunk die Anforderung, dass wir das Mikrofon in der Größe eines Bleistifts entwickeln sollten. Im besten Fall sollte es unsichtbar sein. Das war natürlich unmöglich – allein schon wegen des Netzteils und der Röhre samt Gummilagerung. Zudem war alles diskret aufgebaut, was ja viel Platz braucht. Wir haben versucht, so klein wie möglich zu bleiben. Den Kapseldurchmesser hatten wir schon definiert, und dann sind wir bei einem Mikrofondurchmesser von 42 Millimetern gelandet, was viel dünner war als bei den Neumännern. Das war dann unser „österreichischer Bleistift“.

Wir hatten aber viele technologische Probleme, die Ihnen, Herr Frank, heute komisch vorkommen müssen (wendet sich an Christoph Frank). Wie bekommen wir beispielsweise eine Elektrode hin, die auf beiden Seiten absolut plan ist? Wir haben uns immer gefragt: „Wie macht das der Neumann?“ Der Herr Gemperle, der ein Schüler von Prof. Sennheiser war und später in München eine AKG-Vertretung eröffnete, hat versucht, darüber Informationen zu bekommen. Eines Tages kam er und berichtete: „Es gibt beim Neumann einen alten Mann mit einer ganz alten Drehbank, der sich das so eingerichtet hat, dass er alles plan drehen kann.“ Zum Herrn Gettinger, der auch auf dem Bild zu sehen ist, wo wir alle zusammenstehen (das Gruppenfoto aus den frühen 50er-Jahren, Anm. d. Red.), hab ich dann gesagt: „Herr Gettinger, die Firma Neumann macht das auf einer Drehbank und Sie bringen’s nicht zusammen?“ „Na sicher bring ich das zusammen“, hat er gesagt und hat alle möglichen Drehbänke ausprobiert und speziell einstellen lassen und dann die beste genommen – aber es hat nicht funktioniert. Die Elektroden waren entweder konisch oder hatten 3 bis 4 Mü (Mikrometer) Unterschied. Das war viel zu viel.

Gruppenfoto von AKG-Mitarbeitern, Anfang der 50er-Jahre
Das erste Foto, Anfang der 50er-Jahre: Konrad Wolf links außen, neben Herrn Kimla, Herrn Gettinger und drei weiteren AKG-Mitarbeitern. Foto: Privatarchiv Konrad Wolf

Außer Läppen (ein Poliervorgang, Anm. d. Red.) haben wir nichts gefunden, um die Elektrode plan zu bekommen, und das musste alles von Hand gemacht werden. Auf einer gusseisernen Platte wurde Läpppaste aufgetragen, und das wurde dann von einer Frau so lange im Kreis bewegt und immer wieder abgenommen, gewaschen und geprüft, bis es endlich gepasst hat. Wir hatten nur ein Haarlineal, um das zu prüfen, aber damit konnte man schon ein bis zwei Mü Unterschied erkennen. Das war ein enormer Aufwand.

Ein weiteres Problem war der Kleber. Heute gibt’s ja tausende Kleber, aber die gab es damals nicht. Zwei-Komponenten-Kleber wurden gerade entwickelt, und es gab eine ganz kleine Firma in Wien, die das für uns gemischt hat. Auch das Spannen der Membran war nicht leicht. Wenn das nicht gleichmäßig war, hatte man keine schönen Polardiagramme. Ursprünglich haben wir Styroflexfolie verwendet, aber die hat mit der Zeit Risse bekommen. Dann habe ich in England bei DuPont Polyesterfolie gefunden – die haben Gott sei Dank gerade angefangen, die herzustellen.

Teil 02

Handgefertigte Kapseln, der Aufstieg von AKG und der Weg zum C414

Wie viele C12-Mikrofone wurden denn dann pro Monat gebaut?

AKG-CK12-Kapsel mit ihrem Schraubenkranz
Die CK12-Kapsel: knapp fünfzig Einzelteile – Schrauben, Distanzringe, von Hand geläppte Elektroden und gespannte Membranen. Quelle: „AKG – die ersten 60 Jahre“

WolfNicht viele, es war ja alles Handarbeit. Eine oder zwei Frauen haben rund dreißig C12-Mikrofone pro Monat hergestellt. Die ersten hundert CK12-Kapseln hab’ ich noch selbst gebaut. Mit den vielen kleinen Schrauben, den Distanzringen und allem, was dazugehört. Das sind ja knapp fünfzig Teile – das war schon ein bisserl kompliziert. Das könnt’ ich heute nimmermehr. Ich erinnere mich, dass ich ganz am Anfang mal einen Samstag allein in der Firma war und der Herr Pless gekommen ist und gesagt hat: „Na, haben’s eh nichts zusammengebracht?“ „Oh ja, Herr Pless“, hab ich gesagt, hab das Schubladerl aufgemacht und ihm 18 Kapseln gezeigt, die ich an einem Tag gebaut und vermessen habe. Funktionierende Kapseln wohlgemerkt, mit den Frequenzkurven schön zusammengelegt.

„Die ersten hundert CK12-Kapseln hab’ ich noch selbst gebaut.“

Konrad Wolf

Als Entwickler mussten Sie damals Mädchen für alles sein, oder? Elektroniker, Chemiker, Konstrukteur, Metallverarbeiter …

WolfJa, von überall ein bisserl was. Es gab ja nichts nach dem Krieg, es war ja Wirtschaftskrise. Ab 1954 ist es dann aufwärtsgegangen. In diesem Jahr hat der Herr Gemperle den Herrn Grundig kennengelernt. Bei einem Segeltörn am Starnberger See hat ihm der Herr Grundig erzählt, dass er jetzt Magnetofone bauen will. Er würde kleine Mikrofone brauchen, die er mit den Tonbandgeräten liefern kann. Und die haben wir dann für ihn gebaut. Das war der große Aufschwung für die AKG. Das hat sich in den kommenden Jahren so durchgesetzt, dass wir fast alle Firmen auf dem Markt, wie Grundig, Telefunken, Nordmende, Saba, mit unseren Mikrofonen beliefert haben. Diese Mikrofone haben wir in verschiedenen Designs gefertigt, und sie waren das erste AKG-Massenprodukt. Davor gab es hauptsächlich kleine Serien von 50 Stück oder noch weniger.

Prospektseite mit Firmen, die AKG beliefert hat
Eine Übersicht von Firmen, für die AKG Mikrofonkapseln geliefert hat.

Als die AKG 1947 gegründet wurde, gab es nur fünf Mitarbeiter. 1952, als ich dazugekommen bin, gab es schon rund fünfzig, und Ende der 50er ist die Mitarbeiterzahl durch den Aufschwung auf sechs- bis siebenhundert angestiegen. Mitte der achtziger Jahre hat das dann mit rund tausend Angestellten seinen Höhepunkt erreicht.

Wie lange waren Sie denn bei der AKG?

Konrad Wolf zeigt alte AKG-Fotos
Konrad Wolf mit Fotos aus seiner Zeit bei AKG.

WolfÜber vierzig Jahre. 1993 bin ich in Pension gegangen. Da kamen gerade die ersten Computer, die 386er, auf den Markt. So einen hatte ich noch. Später hab’ ich noch ein paar Mal bei der AKG vorbeigeschaut, aber ich durfte ja nichts mehr machen, sonst hätte ich was dazuverdient und dann hätte man mir die staatliche Pension gestrichen. Seither treffe ich mich regelmäßig in Wien mit ehemaligen AKG-Mitarbeitern zu einer Art Pensionistentreffen – wobei der Kollegenkreis leider immer kleiner wird …

Das deutet ja auf einen großen Zusammenhalt innerhalb der Firma hin.

WolfJa sicher, das hat man auch gesehen, als der Herr Rührig, der jetzt auch bei Austrian Audio arbeitet, 2017 die Feier zum 70-jährigen Jubiläum veranstaltet hat. Das war sehr schön, und es sind über 330 ehemalige Mitarbeiter gekommen. Da hätte ich jede Wette verloren. Es war natürlich ewig schade drum, dass es mit AKG so geendet hat. Hier vorne in der Lemböckgasse war ja das Hauptwerk samt Bürogebäude. Jetzt werden dort Kartonagen und Klopapier erzeugt.

Herr Frank, Sie sind jetzt Mitte dreißig. Wollen Sie uns ein bisschen erzählen, wie Sie dazu gekommen sind, Mikrofone zu bauen?

Christoph Frank bei der Arbeit
Austrian-Audio-Mikrofonentwickler Christoph Frank bei der Arbeit. Foto: Austrian Audio

FrankBei mir war es ganz anders als beim Herrn Wolf. Ich bin über die Musik zum Beruf gekommen. Ich hab in Bands gespielt, und da musste sich ja immer einer um den Ton kümmern. Ich dachte, es wäre toll, etwas im Studiobereich zu machen, und habe dann in Graz Elektrotechnik und Toningenieur studiert. 2010 war mein erster Job, Handylautsprecher zu bauen, das war noch weit vom Studio entfernt. 2015 bin ich zur AKG gekommen und habe dort Mikrofone für Automotive, also Fahrzeuge, entwickelt. Das OC818 ist mein erstes Studiomikrofon und für mich persönlich ein absolutes Highlight, weil ich im Rahmen meiner persönlichen Entwicklung endlich angekommen bin.

Für mich als Musiker ist es natürlich aufregender, Studiomikrofone zu bauen. Auch wenn Handylautsprecher oder Automotive-Mikrofone millionenfach verkauft werden – zu dem OC18 oder OC818 hat man während der Entwicklung eine fast persönliche Beziehung aufgebaut. Manchmal hasst man es, wenn’s gerade nicht so läuft, und manchmal liebt man es.

Konrad Wolf mit einem Bruststativ für Reporter
Konrad Wolf mit einem von ihm entwickelten Bruststativ für Reporter. Foto: Privatarchiv Konrad Wolf

Hatten Sie auch eine persönliche Beziehung zu Ihren Mikrofonen, Herr Wolf?

WolfEigentlich nicht. Aber es hat mich schon sehr interessiert – auch das Drumherum und die wichtigen Impulse vom Markt. Nur am Schreibtisch sitzen und denken, was man tun könnte, das geht nicht. Es gab ja damals schon den Fernschreiber und später dann das Faxgerät. Es kamen immer viele Anregungen und Ideen aus Amerika.

FrankHaben Sie sich eigentlich jemals musikalisch betätigt? Haben Sie Ihre Produkte auch selbst benutzt?

WolfNur so zum Spaß. Ich hab’ mal Akkordeon angefangen, aber es hatte keine Priorität.

FrankAls wir die neue CKR12-Kapsel und die beiden Mikrofone entwickelt haben, war für uns sehr früh der Austausch mit Musikern und anderen Tonmeistern sehr wichtig. Wie war das damals, als Sie die CK12 entwickelt haben?

WolfNa, ursprünglich war die Vorgabe, dass wir ein Mikrofon mit schnurgeradem Frequenzgang bauen sollen – ganz linear sollte es sein. Bei den ersten Serien war das auch so. Mitte der fünfziger Jahre wurde dann der UKW-Funk in Österreich eingeführt, und wegen der Ersatzlautstärke von bis zu 23 dB wurde uns gesagt, dass das Mikro etwas zu sehr rauscht. Wir sollten irgendwas ändern. Dann habe ich das Volumen und den Reibungswiderstand der Kapsel geändert. Dadurch hat sich das Rauschen verbessert, aber es gab auch eine Höhenanhebung so bei 5 kHz um 3 bis 4 dB; der Frequenzgang war dann leider nicht mehr ganz linear.

FrankJa, und genau das ist der Klang, den heute alle suchen.

Entwicklungsauftrag für das C12A vom 17.08.1962
Der originale Entwicklungsauftrag vom 17.08.1962 für das C12A, das später das C414 werden sollte.

Können Sie sagen, an wie vielen Produkten Sie während Ihrer Zeit bei AKG gearbeitet haben?

WolfNein, das kann ich nicht. Ich habe einen ganzen Stapel alter Prospekte zu Hause, und beim Durchschauen hab’ ich gar nicht mehr gewusst, dass ich das alles gemacht habe. Das ist im Laufe des Lebens sehr viel gewesen. Ich kann mich erinnern, dass ich sehr viel Zeit für die Ultraschallkapsel und den Ultraschalllautsprecher aufgewendet habe. Ultraschall hat man früher zur Fernsteuerung von Fernsehern verwendet, bevor es Infrarot gab. Das lag im Bereich zwischen 20 und 40 Kilohertz, und Sender und Empfänger haben wir zu Hunderttausenden an verschiedene Firmen geliefert. Auch an die erste Freisprechanlage der Mercedes S-Klasse Ende der Achtziger kann ich mich erinnern. Viele akustische Tonabnehmer waren auch dabei. Kopfhörer habe ich nur einen entwickelt, den K340. Und natürlich alle Kondensatormikrofone von AKG inklusive der C414-Reihe vom Anfang bis zum B-ULS.

Weil Sie gerade davon gesprochen haben: Es gibt zum C414 eine Zeichnung in dem AKG-Buch von Karl Peschel. Die ist von Ihnen, nicht wahr?

WolfJa, das ist eine Handskizze von mir. Es gab einen Entwicklungsauftrag für den Nachfolger des C12, das damals noch C12A geheißen hat (liest): „gedruckte Schaltung, neues Gehäuse, neue Gitterkappe (Bischofsmütze), ausschließliche Verwendung von Cannon-, also XLR-Steckern …“ – so hat das damals ausgesehen. Von solchen Aufträgen hatte ich immer eine größere Anzahl auf dem Tisch, und die habe ich nach Priorität abgearbeitet.

Das heißt, Sie waren nicht nur Elektroniker, Chemiker und so weiter, sondern auch Designer …

WolfJa, ich habe mir gedacht, ich hätte gerne eine etwas modernere Bischofsmütze.

FrankDas finde ich äußerst beeindruckend. Bei der Gründung von Austrian Audio waren wir 25 Leute, davon 18 Entwickler, und ihr wart 50 Angestellte und nur einer in der Entwicklung. Das wäre heute undenkbar. Auch gibt es heute eine sehr strenge Trennung zwischen Akustiker, Konstrukteur und Elektroniker. Beispielsweise war es bei der neuen Keramikkapsel CKR12 mein Kollege Michael Balac, der die Konstruktion gemacht hat. Wir haben uns das gemeinsam überlegt, aber er hat das dann mechanisch umgesetzt und sich diese geniale Verschraubung überlegt.

Detaillierte Skizze des AKG C12A
Eine detailliertere Skizze des AKG C12A von Herrn Wolf.
Erste Handskizze für den Vorläufer des C414
Die erste Handskizze von Konrad Wolf für den Vorläufer des C414.
Teil 03

Materialien, Röhren, der Vintage-Boom und die CK12 heute

WolfIch hab’ damals auch mit Keramik als Isolator experimentiert. Mit dem rohen Keramik hatten wir kein Glück, das war problematisch bei Feuchtigkeit. So eine glasierte Keramik hat es noch nicht gegeben, so was gibt’s wahrscheinlich erst seit ein paar Jahren, oder?

SeidlJa, vor allem in dieser Robustheit. Das ist technische Keramik, selbst wenn die Kapsel auf den Boden fällt, zerbricht das nicht. Damit haben wir das Messing-spezifische Gewicht und die akustische Performance – ohne die ganze Schrauberei, die damals nötig war. Das könnte man sich heute in der Herstellung nicht mehr leisten.

AKG C414 neben dem Austrian Audio OC818
AKG C414, der Nachfolger des C12A (links), neben dem Austrian Audio OC818. Foto: Raphael Tschernuth

WolfDas war auch damals schon viel zu teuer. Die Kapsel war ja nicht auf Massenfertigung ausgelegt. In den siebziger Jahren kostete eine CK12 in der Fertigung 500 Schilling. Dann kam die Anweisung, eine neue Kapsel zu bauen, die sollte aber nur noch 100 bis 150 Schilling kosten. Letztendlich kostete sie dann eh 200 Schilling, aber man musste nicht mehr läppen, die Oberfläche war jetzt erodiert. Auch die Schrauberei ist weggefallen. Das war dann die Kunststoff-Kapsel, die bis heute fast unverändert im C414 zu finden ist.

FrankAls in den 60ern die ersten Transistoren auf den Markt gekommen sind, wie war das für Sie?

WolfNaja, ich hab davor oft viel Zeit dafür verwendet, die passenden Röhren zu suchen. Als die BBC die ersten C12-Mikrofone bestellt hat, haben sie gesagt: „Sehr gut, aber so geht’s gar nicht.“ Da war nämlich eine Röhre der deutschen Firma Hiller drin, und ein deutsches Erzeugnis wollten die Engländer damals nicht, so kurz nach dem Krieg. Die hatten eine Abneigung gegen alles aus Deutschland. Ich hab’ lange gesucht und dann eine 6072-Doppeltriode gefunden, aber nur die von General Electric, das war die beste. Diese amerikanische Röhre durfte man dann wiederum nicht nach Russland liefern, weil es wegen des Koreakrieges ein Handelsembargo gab. Dann hab ich einen vergleichbaren Typ von Siemens gefunden. Die war zwar nicht so gut, aber die Russen haben’s genommen.

Für das C12A, den Vorläufer vom C414, habe ich dann eine Miniaturröhre verwendet, die Nuvistor-Röhre. Die hat sich aber nicht bewährt. Die Amerikaner haben in einem Brief geschrieben: „Das sollte eigentlich New-Whistler heißen.“ Es dürfte bei manchen ein Problem mit dem Vakuum gegeben haben, und dann hat die Röhre ein leicht säuselndes Geräusch entwickelt. Als die ersten Transistoren auf den Markt gekommen sind, haben wir das probiert, und beim ersten Mikrofon hat’s gleich funktioniert. Dann haben wir Transistoren verwendet und alles wurde kleiner. Da hatten wir dann eine eigene Elektronik-Abteilung, wo auch der Herr Wurzer gearbeitet hat.

FrankJa, der arbeitet heute auch wieder bei uns. Ich kann mir kaum vorstellen, wie schwierig es damals gewesen sein muss, die passenden Materialien zu finden. Heute schaue ich ins Internet und finde dort alles Mögliche, was ich brauchen könnt’.

WolfEs hat kleine Firmen gegeben, teilweise waren es Kellerbetriebe – wir mussten viel suchen. Zum Beispiel auch das Gold-Bedampfen. Wer bedampft denn eine Folie mit Gold? In Wien haben wir einen optischen Betrieb gefunden, der Objektive bedampft hat. Dann haben wir unsere Plastikfolien auf A4-Rahmen gespannt und sind immer wieder hingefahren, um die mit Gold bedampfen zu lassen. Das war alles Handarbeit. Wir hatten auch eine Dreherei im Haus, und beim C12 haben wir beispielsweise fast alle Teile selbst hergestellt.

In den achtziger Jahren gab es dann von AKG wieder „The Tube“. Neumann hat sich ja noch jahrelang gesträubt, wieder Röhrenmikrofone zu fertigen.

WolfJa, das war Retro, das hab’ ich auch gemacht. Die Nachfrage war sehr groß, und uns wurde gesagt, wir sollten so etwas wieder auf den Markt bringen. Ich kann mich erinnern, dass das erste The Tube sofort aus Amerika zurückgekommen ist. Das hatten wir braun lackiert, aber die Amerikaner haben gesagt: „Nein, dieses Nazi-Mikrofon wollen wir nicht.“ Dann haben wir die Lackierung geändert.

Was halten Sie denn von dem gegenwärtigen Vintage-Trend im Musikmarkt? Viele Firmen versuchen ja, ihre Entwicklungen von damals nachzubauen – manche in Kleinstauflage von Hand gefertigt, oder es werden beispielsweise in China tausende CK12 billig produziert. Die alten Modelle werden dafür immer teurer. Ich habe vor kurzem ein gut erhaltenes C12 gesehen, das für 15.000 € angeboten wurde.

WolfBitte, was kostet das?

15.000 €.

WolfJa, aber was machen die Leute damit? Das wundert mich, keine Ahnung, warum das so ist. Ich hab geglaubt, das ist wertlos. Mein Enkel Lorenz hat mich kürzlich aufgeklärt – der hat im Internet ein C24 gefunden und mich gefragt, was ich denke, was das wert ist. Ich hab gesagt, vielleicht so 800 Euro, denn es war ja ein Spitzenmodell – tatsächlich wurde es aber für über 20.000 Dollar angeboten. Wieso ist das so? Wird das noch verwendet? Da wird man aber bestimmt eine neue Kapsel einbauen … Wenn ich heutzutage wirklich ein Mikrofon brauch’, dann kauf’ ich doch etwas Moderneres, oder?

Konrad Wolf präsentiert das Stereomodell C24, 1968, mit Archivnotiz
Konrad Wolf präsentiert das Stereomodell C24 (AKG-Laboratorien, Besuch der Chefredakteure, 10.7.1968). Foto: Privatarchiv Konrad Wolf

Bestimmt nehmen manche Besitzer damit auf, für andere ist es eine Wertanlage. Ein C12 hat klanglich vor allem im oberen Frequenzbereich ja eine besondere Magie, die heute als unerreicht gilt. Herr Frank, wie sind Sie denn eigentlich damit umgegangen? Der Anspruch und die Erwartungshaltung, eine neue CK12-Kapsel zu bauen, müssen ja unglaublich hoch gewesen sein. Kann man so eine „Magie“ überhaupt messen?

FrankIch habe es erst mal auf die Kapsel reduziert und wollte alle Geheimnisse entschlüsseln. Warum ist die CK12 so, wie sie ist? Warum hat sie diese unglaublich gute Löschung von knapp 20 dB bis in die Tiefen runter, und warum ist der Frequenzgang in verschiedensten Richtwirkungen so konstant? Das gibt es so bei kaum einem anderen Mikrofon. Ich glaube, der Trick war, dass ich es ganz wissenschaftlich angegangen bin und den magischen Zauber beiseitegelegt habe. Man muss sich dann auch mal trauen, eine originale CK12 zu zerlegen und genau zu analysieren. Das ist einfach Feinmechanik par excellence.

Angefangen hat bei uns auch alles mit dem Bau des großen schalltoten Messraums, und im Grunde hab’ ich es dann nicht so schwer gehabt wie der Herr Wolf, denn wir haben ja heute so viele Möglichkeiten zur Verfügung. Auch können wir in der Produktion lasergesteuert auf ein halbes Mü Genauigkeit messen. Dadurch erreichen wir natürlich eine ungeheure Präzision in der Fertigung. Jedes Mikrofon messen wir dann einzeln noch einmal über zehn Minuten lang im schalltoten Raum in allen erdenklichen Positionen und Charakteristiken. Die Toleranzen sind bei uns mit 0,5 dB sehr eng gesteckt. Dadurch kann man ein beliebiges OC818 mit einem zweiten OC818 oder sogar mit dem OC18 als Stereopaar verwenden.

Christoph Frank und Konrad Wolf betrachten alte Aufnahmen
Zwei Generationen: Christoph Frank (links) und Konrad Wolf (rechts) beim Betrachten alter Aufnahmen. Foto: Austrian Audio
Christoph Frank und Konrad Wolf sehen alte Fotos durch
Christoph Frank und Konrad Wolf beim Durchsehen alter AKG-Fotos.

WolfFrüher haben wir immer gesagt, 2–3 dB Unterschied, das hört kein Mensch. Das sieht man zwar in der Messung, aber als Techniker ohne geschulte Ohren hört man das ja nicht. Aber Musiker und Toningenieure hören das. Wir hatten mal einen Amerikaner in der Firma, der wollte dreißig CK12-Kapseln kaufen. Die hat er aus über hundert Stück ausgewählt und nur mit seiner Stimme abgehört. „Die will ich … die will ich nicht … die will ich …“ So ging das den ganzen Tag. Er war dann hochzufrieden – für mich hatten alle Kapseln den gleichen Frequenzgang. Aber wir haben bei der AKG auch immer jedes Mikrofon gemessen, bevor es ausgeliefert wurde.

„Ich hab geglaubt, das ist wertlos.“

Konrad Wolf

Herr Frank, wieso ist es denn bei der heutigen Präzision nicht möglich, eine ganz exakte Kopie der CK12-Kapsel zu bauen?

FrankDie CK12 ist ein Meisterwerk und erfordert im Zusammenbau sehr viel Fingerspitzengefühl. Mit automatisierten Prozessen geht das nicht. Das braucht geschulte Hände und jahrelange Erfahrung. Möglich wäre es schon, aber es ist eine Kostenfrage, denn Handarbeit ist sehr teuer. In Wien gibt es den Herrn Markus Sauschlager – das ist einer der Besten auf dem Gebiet, und der baut auch noch originalgetreue CK12-Kapseln. Aber das sind Einzelanfertigungen und nur ganz wenige Kapseln im Jahr.

Herr Wolf, im ELAM 251 / 250 wurde ja auch die CK12-Kapsel verwendet. Wie kam es denn damals zu der Zusammenarbeit mit Telefunken?

Telefunken-ELA-M-251-Mikrofon im Holzkoffer
Telefunken ELA M 251 mit der CK12-Kapsel von AKG. Foto: Raphael Tschernuth

WolfDas würde mich auch interessieren (lacht). Beim Telefunken habe ich nur den Kapseleinbau und die Akustik gemacht, also den Mikrofonkorb. Die elektronische Konstruktion hat der Herr Reinthaler übernommen. Telefunken hat ja ursprünglich Neumann vertrieben, aber die dürften sich überworfen haben. Dann wollte Telefunken die gleichen Mikrofone von uns haben. Das war nur eine kurze Periode von zwei Jahren – dann sind wir auf ein paar hundert Mikros sitzen geblieben. Warum, weiß ich nicht. Die restlichen Mikrofone haben wir dann in Wien billig als Restposten verkauft.

FrankHaben Sie denn heut’ noch ein paar Mikros als Wertanlage?

WolfNein, überhaupt nicht. Wir haben ja von den alten Geräten jahrelang einen Ausverkauf gemacht, und dann sind wir von dem Geld mit der AKG auf Skiurlaub gefahren. Da gab es dann jeden Winter AKG-Rennen. Es hat ja damals niemand ahnen können, dass das mal etwas wert ist. Einen Neumann-Pegelschreiber, ein Pistonphon und ein BX20-Hallgerät hab ich noch zu Hause.

Konrad Wolf, Christoph Frank und Raphael Tschernuth beim Interview
Drei Stunden statt einer: Konrad Wolf, Christoph Frank und Raphael Tschernuth.

FrankMit einem Pegelschreiber und einem Pistonphon könnten Sie heute ja sofort wieder anfangen zu entwickeln. Da brauchen Sie nur noch einen Tongenerator, aber das kann heute jedes Handy.

SeidlDas heißt, wir könnten Sie jederzeit wieder engagieren, um zu entwickeln, Herr Wolf?

WolfDas kommt aufs Gehalt an … (lacht). Nein, Spaß beiseite, das geht leider nicht mehr.

Das C12 ist jetzt 66 Jahre alt. Herr Frank, das OC818 wurde dieses Jahr vorgestellt – wenn man jetzt den Bogen 66 Jahre in die Zukunft spannt, dürfte ich mich dann 2085 noch einmal bei Ihnen melden, um wie heute mit dem Herrn Wolf auf die Vergangenheit zurückzublicken?

FrankWenn ich dann noch so gut drauf bin wie der Herr Wolf, gerne. Die Einladung gilt für Sie natürlich auch, Herr Wolf.

LorenzDu könntest dich einfrieren lassen, Opa.

WolfJa, aber … das ist sicher sehr teuer (lacht).

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Ihr Kommentar

Kannten Sie Konrad Wolf oder haben Sie mit seinen Mikrofonen gearbeitet?

Ich freue mich über Ihre Erinnerungen oder Gedanken zu diesem Interview.

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